Russland schuld an Trump?

Russland habe sich in die US-Wahlen eingemischt, so wird behauptet.
Die Geheimdienste haben Beweise dafür, die natürlich geheim sind.
Nun ja, geheime Beweise sind keine, denn der Zweck eines Beweises ist ja, jemand anderem etwas zu zeigen, um diesen zu überzeugen. Es reicht nicht, bloß zu sagen: Vertrau mir, ich weiß es.
(Man könnte meinen, Obama möchte Trumps Präsidentschaft delegitimieren.)

Ich glaube, hier spricht man Putin ein unverdientes Lob aus.
Wäre er tatsächlich für die Veröffentlichung der DNC- und Podesta-Emails verantwortlich, dann hätte er einen positiven Beitrag für die Demokratie in den USA geleistet, da er den Wählern wichtige Informationen über die schändlichen Praktiken der Democrats lieferte.
Damit hätte er das getan, was die USA (und auch z.B. Deutschland) als ihre moralische Pflicht ansehen: (Andere Länder auszuspionieren und) weltweit die Demokratie zu fördern.

Wikipedia gehört der NATO

Was wissenschaftliche Themen angeht, ist die Wikipedia i.a. sehr gut als Nachschlagewerk geeignet. Bei umstrittenen politischen Themen sieht die Sache anders aus.
Das wird hier ausführlich dokumentiert: Die dunkle Seite der Wikipedia.
Ich möchte auch nochmal auf diesen Artikel zu den Snowden-Leaks hinweisen: How Covert Agents Infiltrate the Internet to Manipulate, Deceive, and Destroy Reputations („Wie verdeckte Agenten das Internet infiltrieren, um zu manipulieren, zu täuschen, und das Ansehen von Personen zu zerstören“; es geht um den britischen Geheimdienst GCHQ), basierend auf diesen geleakten Dokumenten: The Art of Deception: Training for a New Generation of Online Covert Operations („Die Kunst der Täuschung: Ausbildung für eine neue Generation von verdeckten Online-Operationen“).

Die InformationsKrieger der NATO lassen es nicht zu, dass auf einer angesehenen Website wie Wikipedia die NATO-Sichtweise angezweifelt wird.
Man sieht das z.B. auch an dem Artikel über die Ukraine.
Da werden so objektive Quellen zitiert wie dieser Spiegel-Artikel:
„Kalt, skrupellos – erfolgreich?: Mit Macht und Erpressung hat Präsident Putin die Ukraine in den Moskauer Einflussbereich zurückgeholt. Nicht sein einziger politischer Erfolg in diesem Jahr. Was treibt den Mann im Kreml?“, Spiegel 51/2013 vom 16. Dezember 2013.
Schon der Titel trieft ja geradezu vor Objektivität.
Mein Versuch, dort einzufügen, dass es andere Sichtweisen gibt bzgl. der Völkerrechtswidrigkeit der „Annexion“ der Krim, wurde wie erwartet abgeblockt.
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ukraine&diff=next&oldid=161040250

Zum Thema Russland, Ukraine und Medien möchte ich noch diesen Podcast empfehlen:
Gabriele Krone-Schmalz bei „Fragen an den Autor“