Die Skripal-Affäre

Ist es ok, willkürliche Beschuldigungen zu erheben?
Da wird eine unplausible Theorie zur einzig plausiblen erklärt.
Wenn Russland dann 27 verschiedene plausible Theorien vorlegt, wird das als Inkonsistenz gedeutet, die den Lügner entlarvt. Putin muss zumindest wissen, wer als Täter in Frage kommt, das ist ein Axiom.
In der TAZ, glaube ich, wurde der Schuldvorwurf damit verglichen, dass jemand absichtlich angefahren wird und man das Kennzeichen des Tat-Fahzeugs kennt. Dann muss der Fahrzeug-Inhaber zumindest erklären können, wer gefahren sein könnte.
Ein schlechter Vergleich, finde ich. Passender wäre dieser:
Man weiß, dass das Fahrzeug einen Diesel-Motor hat. Und da diese in Deutschland entwickelt wurden, beschuldigt man zunächst mal Frau Merkel. Die muss ja zumindest Bescheid wissen, wer als Täter in Betracht kommt.

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Krieg und Frieden, Teil 29, Kap. 899 Abschnitt 5686 (oder: die Moral der USA ist die Moral der WaffenIndustrie)

Warum gibt es Grenz-Konflikte zwischen Staaten?
Warum lässt man nicht einfach die Bevölkerung der betroffenen Gebiete abstimmen, zu welchem Staat sie gehören möchten?
Oder, um einen Schritt weiter zu gehen, könnte nicht jeder selbst bestimmen, zu welchem Staat er gehören will, bzw. der Eigentümer des betreffenden Gebiets? (Unter der Bedingung, dass er die offizielle Sprache gut beherrscht oder es seine Muttersprache ist.)
Dann gäbe es zwar keine zu verteidigenden Grenzen mehr, aber da wir ja sowieso Freihandel haben wollen und Freiheit und Volkssouveränität und Demokratie, was wäre der Nachteil davon, keine Kriege mehr führen zu können?
Und dennoch sind auf diesem Planeten in diesem Ästchen des UniversumBaums die Herrscher der Welt davon überzeugt, dass es ein Verbrechen ist, wenn die Krim-Bewohner selbst entscheiden dürfen, zu welchem Staat sie gehören wollen.
Neue Staaten dürfen sich nach Überzeugung der NATO nicht ohne Krieg bilden (s. Jugoslawien: so macht man es richtig). Ein Putsch, der nicht blutig verläuft, bringt der Waffen-Industrie keinen Nutzen.

Putins Tagebücher

Putin schaute die Flaschen in seinen Giftschränken an.
Das tat er gerne, denn als homophober Autokrat hatte er das narzisstische Bedürfnis, seine Macht in sadistischen Fantasien auszuleben.
Da, in dem kleinen, verschlossenen Kühlfach, dessen Schlüssel nur er persönlich in seiner Hosentasche tragen durfte, in diesem Hochsicherheits-Kühlfach stand ein dickflüssiges grünliches Elixier: Nowotschny, ein geheimes Super-Gift, so unfassbar böse, dass es nur in den Vulkanen von Mordor gewonnen werden kann, tief in Sibirien. Ein Millionstel eines Millitropfen reicht, um eine ganze Stadt auszurotten.
Doch was war das: Haltbar bis 31.3.2018. Wen könnte man damit noch ermorden?
Da gab es doch diesen Spion in England, der damals so viel Schaden angerichtet hatte.
Der war damals durch einen Austausch wieder frei gekommen, statt für alle Zeiten in der Hölle zu braten. Damit hatte der gnadenlose Wladimir sich nie abfinden können…

Einige Tage später:
Als Ms May hörte, dass das Opfer ein Russe war, sagte ihr ihre kriminalistische Erfahrung:
Das könnte Putin gewesen sein.
Und sie sprach: Testet mal auf alte sowjetische Kampfstoffe. Ich habe da so eine Ahnung.
Und kurz darauf kam Dr. Watson zu ihr: Brilliant, wie sind Sie nur darauf gekommen? Es handelt sich um Nowotschny, auch bekannt als Wladimirs Fluch. So böse, dass nur Russen es herstellen können.
Es heißt, das Rezept stamme von Sauron persönlich, jedenfalls wurde es seit langer Zeit in geheimer Tradition von Lehrer zu Schüler weiter vermittelt, über Dschingis Khan und Stalin bis zu Putin. Nur der gerade amtierende Hüter des Bösen kann das teuflische Gift in den Feuern der sibirischen Berge destillieren.
Damit, so wusste May, war der Täter zu 99,3 % sicher überführt – Wladimir, der Grausame.
Das Reich des Bösen war wieder erstarkt.
Doch May in ihrer Gnade gewährte Putin noch eine letzte Frist:
24 Stunden gab sie ihm Zeit, seine Unschuld zu beweisen.
Dass er diese großzügige Chance nicht nutzte, ist ein klares Schuld-Eingeständnis.
Jetzt müssen wir uns rüsten für die letzte Schlacht gegen das Böse.

Einführung in die Geschichte des 21. Jahrhunderts

Die Nachrichten wurden selbstverständlich nicht zensiert, sondern durch die NSA einer Vorüberprüfung unterzogen, ob ihre Veröffentlichung eine Bedrohung darstellte für die Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika, des höchsten Rechtsguts, das je in der Geschichte der Menschheit existiert hat, ging es doch um das größte Reich, die großartigste Armee, den besten aller Präsidenten und die höchsten aller Schulden, die je irgendwo auf diesem Planeten angehäuft wurden.

Für die Einführung einer Mobil-Telefon-Pflicht

Nachdem nun auch die letzte anonyme Nutzung von Mobil-Telefonen mittels Prepaid-Karten erfolgreich beseitigt werden konnte, ist es uns heute möglich, fast alle Terror-Anschläge und Morde aufzuklären, indem wir ermitteln, welche Personen in der Nähe eines Tatorts waren. Ein Problem jedoch sind die feigen Täter, die kein Mobil-Telefon mitnehmen oder es bösartig vor der Tat ausschalten. Dies ist skandalöserweise bis heute legal (wenn auch höchst verdächtig).

Wir sind es den Opfern der Gewalttaten schuldig, diese letzte Lücke in der Verbrechensverhütung zu schließen und die Mitführung funktionsbereiter Mobil-Telefone zur Pflicht zu machen und durch regelmäßige Polizeikontrollen zu sichern.

Das Ende der Menschheit, Kapitel 79

Die NSA beschloss, durch Quanten-Zufall entscheiden zu lassen, ob die USA einen Präventivschlag wagen würden.
Da wir mit mind. 50% -prozentiger Wahrscheinlichkeit überleben würden, waren wir auf der sicheren Seite.
Denn durch den Quanten-Zufall werden beide Möglichkeiten in jeweiligen Sub-Universen realisiert. Und da wir im Falle unseres Todes ja nicht weiter existieren würden, wäre unsere subjektive Zukunft auf jeden Fall in einem Universum, wo wir überleben.
Die Physiker hatten diese Theorie zweifelsfrei bewiesen, sagte die CIA.
Im Falle eines erfolgreichen Angriffs auf die Gegenseite hätten wir große Gebiete gewonnen, die nur zu einem kleinen Teil radio-aktiv verseucht wären, und dank der neu-artigen Bomben auch nur für die nächsten paar Hundert Jahre.
Der durch die Atom-Explosionen aufgewirbelte Staub würde der Erwärmung der Erde entgegenwirken und sie ausgleichen. Dies war in den hoch-auflösenden Wettermodellen in den Super-Computern der NSA errechnet worden. Dazu muss eine genau dosierte Anzahl von Städten pulverisiert werden.
Für den Gegner wäre es dann sinnlos, zurückzuschlagen, da dadurch das Klima so zerstört würde, dass die Erde nicht mehr bewohnbar wäre.
Sicherlich gibt es Universen, in denen die Russen rational handeln und kapitulieren. Die anderen können wir ignorieren, da wir sie ja nicht erleben. Zur Sicherheit jedoch greifen wir mit 50%-iger Wahrscheinlichkeit gar nicht erst an, denn bei den Russen weiß man ja nie, so kriegslüstern wie die sind.

Da die Russen nach Ansicht der Analysten die gleichen Überlegungen anstellen, müssen wir so schnell wie möglich zuschlagen.

nur Trägheit kann uns retten